Folge 16 - Jule Ronstedt - „Wir sind nicht alleine und wir sind wirklich viele.“

Shownotes

Jule Ronstedt zählt zu den wichtigsten deutschen Theater-und Filmschauspielerinnen. Nach Engagements an den Münchner Kammerspielen und dem Berliner Ensemble wurde sie einem breiten Publikum durch ihre Rollen in Kino und TV bekannt. Im Kino-Hit "Wer früher stirbt, ist länger alleine" ( 2006) oder im " Tatort", " Rosenheim Cops" uvm. Jetzt hat die Schauspielerin, Regisseurin und Dramaturgin ihr erstes Buch veröffentlicht: "Menomorphosen" - literarische Kurzgeschichten über Frauen in den Wechseljahren.

Im Gespräch mit Birgit Fenderl erzählt die 1971 geborene Münchnerin, wie sie sich am Anfang ihrer eigenen Wechseljahre oft selbst kaum wieder erkannte, so antriebslos und weinerlich war sie oft. Auch in ihrem FreundInnenkreis beobachtete die erfolgreiche Künstlerin, wie diese Lebensphase vielen zu schaffen macht. Aus diesen Beobachtungen entstanden literarische Kurzgeschichten, die Rondstedt 2025 in ihrem Buch " Menomorphosen" veröffentlicht hat. Dass Frauen in der Medizin immer noch wesentlich schlechter behandelt werden als Männer - Stichwort Gendermedizin - regt die engagierte Schauspielerin auf - aber, sie ist optimistisch, dass es die Generation ihrer Tochter besser haben wird, weil jetzt so viele Frauen die Menopause thematisieren und den gesellschaftlichen Umgang damit kritisieren. Derzeit ist Jule Ronstedt auf großer Lesetour durch Deutschland - für den Podcast mit Birgit Fenderl hat sie sich aber Zeit für ein Gespräch zwischen Wien und München und zwischen zwei Frauen in der Lebensmitte Zeit genommen - über ihr Buch und die Menopause.

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    00:00:00: Liebe Jule, du hast ein Buch geschrieben über die Wechseljahre, in das Beobachtungen und der Austausch mit Frauen in dieser Lebensphase, in der auch du dich befindest, einfließen.

    00:00:10: Wie würdest du denn die Phase von Frauen, diese Phase von Frauen, in wenigen Worten beschreiben?

    00:00:17: Ich glaube, es ist eine Phase der Abschiede, also es ist eine Phase des Loslassens.

    00:00:23: Also wir lassen die Erwachsenen und Kinder los, wir lassen vielleicht die Beziehung los, wir lassen aber auch das Jungsein los und eine bestimmte andere Phase ist vorbei.

    00:00:36: Und drum ist das nicht nur eine ganz einfache Phase für uns.

    00:00:42: So würde ich es jetzt mal fassen und das war mein Ansatz auch an die Geschichten heranzugehen.

    00:00:48: Ich finde nicht, dass ich ein Wechseljahrsbuch geschrieben habe.

    00:00:52: Ein Buch über Frauen geschrieben.

    00:00:54: Da

    00:00:54: haben wir einiges zu reden.

    00:00:55: Ich freue mich sehr, dass ihr begleitet habt.

    00:01:07: Ja.

    00:01:11: Einen schönen Nachmittag oder einen schönen guten Morgen.

    00:01:14: Wo und wann auch immer ihr bei Von wegen Pause zuhört.

    00:01:17: Ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid.

    00:01:20: Und es wird mich wirklich interessieren, wann und in welchen Situationen ihr eigentlich meinen Podcast hört.

    00:01:24: Wenn ihr Lust habt.

    00:01:25: Postet das doch unter Hashtag, wann ich von wegen Pause höre.

    00:01:30: Das ist ja auch eine Gelegenheit, euch untereinander zu vernetzen und auszutauschen.

    00:01:35: Das tut uns Frauen ja prinzipiell gut und gerade in den Wechsel an, die für manche auch eine Zeit der Verunsicherung sind.

    00:01:41: Und bevor es losgeht, eine kurze Werbeschaltung.

    00:01:44: Amnibeautik aktiv unterstützt nicht nur diesen Podcast, sondern begleitet Frauen auch durch wechselhafte Zeiten im Leben.

    00:01:51: Amnibeautik aktiv erhältlich in deiner Apotheke.

    00:01:56: Meine heutige Gästein.

    00:01:57: Gemeinsam durch die Wechseljahre habe ich gelesen, ist ihre Botschaft und deshalb hat sie jetzt auch ein Buch geschrieben.

    00:02:03: Zuerst möchte ich sie euch aber vorstellen.

    00:02:05: Ich freue mich sehr, dass die deutsche Schauspielerin und Autorin Jule Ronstedt Heute bei uns ist.

    00:02:10: Ihr habt sie sicher schon mal im TV oder im Kino gesehen.

    00:02:13: Zum Beispiel in der großartigen Komödie.

    00:02:16: Wer früher stirbt, ist länger tot.

    00:02:18: Oder im Tatort oder den Rosenheim-Kopf.

    00:02:21: Oder wenn ihr in München im Theater war, zwar als die Ensemble-Mitglied der renommierten Münchner Kammerspiele.

    00:02:26: Später hat sie an Berliner Ensemble gespielt und und und.

    00:02:29: Liebe Yule Ronset, herzlich willkommen.

    00:02:31: Schön, dass du Zeit hast für meine Podcast.

    00:02:34: Hallo, ich freue mich.

    00:02:35: Danke für die Einladung.

    00:02:37: Leider sitzen wir nicht gegenüber, denn du bist eine vielbeschäftigte Frau und ich glaube, ich schalte gerade nach München, ist das korrekt?

    00:02:43: Genau, gerade noch in München, aber gleich muss ich auf den Zug nach Darmstadt, weil ich ja gerade auf Lesereise bin und heute Abend lese ich in Darmstadt.

    00:02:51: Also doppeltes Dankeschön, dass du auch noch Zeit für einen österreichischen Podcast hast.

    00:02:55: Wir haben aber Dinge gemeinsam, wir haben dasselbe Geburtsjahr und ich bin auch in München aufgewachsen und wir sind zwei Frauen in den Wechseljahren und du bist auch eine dieser Frauen, auch wenn du im Intro gesagt hast, das ist kein Wechseljahrbuch, da reden wir dann gleich drüber, die aber trotzdem dieses Thema mehr aufs Tapet.

    00:03:13: bringt, auch aus eigenem Erleben.

    00:03:15: Ich habe in Niederwehr mit dir gelesen, wo du für dich gesagt hast, ich war ein richtiges Drehnentier.

    00:03:21: Ja, ich habe viel geweint am Anfang.

    00:03:24: Also, bis ich dann auch so begriffen habe, gibt es vielleicht einen hormonellen Zusammenhang.

    00:03:27: Also, ich habe für mich war, wenn man so sagt, was war jetzt das Schlimmste in dieser Phase oder in der Anfangsphase.

    00:03:35: Das ist ja eine Phase, die nicht so schnell vorbeigeht.

    00:03:39: war für mich schon ein schwieriger Einschnitt als meine Tochterauszug.

    00:03:43: Und ich hab nur einen Kind, also mit meiner Tochter, das war auch irgendwie, wir waren ein Team und es war irgendwie hier sehr schön und wir waren sehr eingespielt und als die auf einmal weg war, was ja vollkommen normal und in Ordnung war.

    00:03:56: Also damit hat, das hat da ein bisschen gedauert, bis ich damit gut klar kam.

    00:04:01: Und ich hab irgendwie, also ich hab wirklich ein halbes Jahr gedacht, was ist denn jetzt los?

    00:04:05: Ich weine nur noch.

    00:04:07: Und musste das erst mal ordnen und in Zusammenhang auch kriegen, dass es hormonell ist.

    00:04:13: Und ich hab zum Glück eine wirklich, finde ich, sehr gute Ärztin, die gesagt hat, komm, jetzt probierst du mal mit Hormonersatztherapie, schau doch mal, was es macht.

    00:04:20: Und wenn nach drei Monaten sprechen wir uns.

    00:04:22: Und so war es aber auch, es hat mir wahnsinnig geholfen.

    00:04:24: Und ich war wieder ich selbst.

    00:04:26: Also dieser Satz, so kenne ich mich gar nicht, den hab ich auch gesagt.

    00:04:30: Und darum, das jetzt mal zu meiner persönlichen Erfahrung.

    00:04:36: Aber der Anlass, das Buch zu schreiben, war eigentlich ein anderer.

    00:04:41: Der war nicht unbedingt meine Erfahrung.

    00:04:45: Der war eher die Beobachtung um mich herum, dass ich gesehen habe, wie vielen Frauen es in der Phase plötzlich so ... Es gab um mich herum so viel einschneidende Erlebnisse und auch tatsächlich existenzielle ... Dinge, wo ich gedacht habe, meine Güte, da ist so viel los um mich rum bei meinen Freundinnen und Bekannten und eigentlich würde ich es gerne mal in eine Form bringen, ich würde es gerne sammeln, ich würde es gerne aufschreiben und mein Buch ist kein Sachbuch, kein Fachbuch, sie sind literarische Geschichten, weil ich gedacht habe, die Sache und Fachbücher machen das eine, die klären uns auf eine Art und Weise auf oder die sind auch darum ganz wertvoll, finde ich, und toll, aber die emotionale Seite und das, was da eigentlich psychisch mit uns passiert und emotional.

    00:05:34: Das hat mir so ein bisschen gefehlt.

    00:05:36: Also das mal nachfühlbar machen und vielleicht auch für Männer übrigens nachfühlbar machen.

    00:05:42: Wie geht es uns eigentlich?

    00:05:43: Was macht es eigentlich mit uns und was passiert da und wie?

    00:05:48: anstrengend ist das auch und wie sehr müssen wir uns neu sortieren und ordnen und an was für Grenzen stoßen wir.

    00:05:55: Also all das habe ich versucht zu sammeln und sozusagen exemplarisch zu erzählen.

    00:06:00: Da hast du wahnsinnig viele Dinge jetzt schon angesprochen, wie so typisch sind für diese Lebensmitte, in der wir uns da ja befinden.

    00:06:07: Ich beginne mal vielleicht auch mit diesem Satz, ich kenne mich selbst nicht mehr.

    00:06:12: Denn höre ich von einigen Frauen, die mir da gegenüber sitzen, wenn wir über diesen Podcast darüber sprechen und ich habe das auch mit mir selbst erlebt.

    00:06:20: Das ist auch der Grund, warum ich mich diesem Thema mehr widme, weil es eben dann aber auch so eine existenzielle Geschichte ist.

    00:06:27: Du hast auch angesprochen, du hast zum Glück eine gute Ärztin bis der gleiche eine gute Therapie bekommen.

    00:06:32: und da möchte ich vielleicht mal ansetzen, bevor wir dann über das Buch im Detail sprechen.

    00:06:38: Weil ich habe übrigens auf der Buchmesse in Wien mit einer Schweizer Autorin gesprochen, die hat ein Sachbuch, Janett Custer hat ein Sachbuch zur Menopause geschrieben und die haben uns ausgetauscht und wir hatten das Gefühl, sowohl in Österreich als auch in der Schweiz gibt es dieselben Defizite.

    00:06:52: Jetzt interessiert mich natürlich, hast du das Gefühl, dass das in Deutschland besser ist?

    00:06:56: Haben die Frauen in Deutschland ... Mehr Zugang auch zu Ärztinnen, die sich auskennen.

    00:07:01: Hier gibt es ein paar, natürlich Ärzte wie Ärztinnen.

    00:07:05: Aber im Groben und Ganzen erzählen alle, und das war auch meine Erfahrung.

    00:07:08: Man bastelt sich mal irgendwie zusammen, was denn da eigentlich ist, und niemand kann einen wirklich Bescheid geben.

    00:07:14: Es dauert, bis man an die richtige Adresse kommt.

    00:07:16: Ist das in Deutschland besser?

    00:07:18: Also ich habe nun nicht den Vergleich, aber ich habe lustig, welche letzte Woche gerade mit einer Bekannten gesprochen, die hat mir also eine... ... eine Frau hier eben in Karlsruhe, als ich da auf der Lesung war und die hat gesagt, also es war für sie der Horror, sie hat jetzt die dritte Ärztin, weil, und das hat natürlich wieder mit einem männlich geprägten System zu tun.

    00:07:38: Also die Forschung, was Frauen und gerade auch diese Hormonumstellung, auch überhaupt Hormonforschung, ist ja viel zu kurz gekommen überall.

    00:07:48: Und ich glaube, es liegt einfach daran, dass ... dass da viel zu wenig vorangetrieben wurde und viel zu wenig untersucht und geforscht wurde.

    00:07:58: Und jetzt langsam stehen wir auf und sagen, hallo, das kann nicht sein.

    00:08:01: Und für uns müssen ja auch ganz andere Dinge gelten als für männliche Medizin, also sowieso.

    00:08:08: Beim Thema Wechseljahre, da kommen auch eben die Ärzte an ihre Grenzen.

    00:08:13: Und ich glaube, da muss man sich tatsächlich... Also zum Glück wird ja das Thema öffentlich und das Thema wird laut.

    00:08:22: Und zugedessen müssen ja auch die Ärzte oder Ärztinnen nachziehen.

    00:08:26: Also ich habe für mich entschieden, ich möchte nur noch zu Ärztinnen.

    00:08:30: Ich gehe nicht mehr zu männlichen Gynäkologen.

    00:08:32: Warum?

    00:08:33: Also ich habe da nicht das Gefühl, ich werde verstanden.

    00:08:37: Da brauch ich die andere Komponente, ja, der Selbsterfahrung.

    00:08:42: Also, insofern würde ich das schon mal vielleicht den ersten Schritt zu sagen.

    00:08:46: Und ich bin auch immer schon ein Fan davon gewesen, mündig zu einem Arzt zu gehen.

    00:08:52: Also ich mit meinen Fragen und mich selbst an der Garderobe abgeben und sagen, mach

    00:08:57: es mal.

    00:08:59: Ja, informiert und vorher sortiert.

    00:09:03: Was ... Wo ist mein ... Problem.

    00:09:07: Was habe ich?

    00:09:08: das Gefühl fehlt mir?

    00:09:09: Also ich kann für mich sagen, ich habe ein ganz gutes Bauchgefühl.

    00:09:12: Ich habe auch ein Gefühl zu meinem Körper und ich liege meistens richtig.

    00:09:19: Und mich dann auch einfordern, dass man das ernst nimmt.

    00:09:23: Nur kann man das ja nur machen, um bei den Wechselern zu bleiben, wenn man prinzipiell überhaupt eine Idee davon hat.

    00:09:30: Also so wie du richtig sagst, das Thema wird immer lauter und das gibt immer mehr Frauen, die auch sagen.

    00:09:34: So nicht.

    00:09:35: Bei mir, das vor zehn Jahren angefangen, da war die Informationslage eine vollkommen andere und ich konnte das auch nicht zu einordnen, weil ich gar nicht gewusst habe, was ist denn das eigentlich?

    00:09:44: Und das hat mich so wahnsinnig geärgert, wenn ich mir denke, wir sind eigentlich in einer Zeit, wo wir eigentlich keine Tabus haben sollten, wo es eigentlich Informationen geben sollte, aber dann so wie du angesprochen hast, das große Thema Gendermedizin auch, das schaut es dann gleich ganz anders aus.

    00:09:58: Ja, das ist Wahnsinn.

    00:09:59: Also was du gerade sagst, das erlebe ich gerade ganz viel mit meinem Geschichten und meinem Buch.

    00:10:05: Oft bei den Lesungen sitzen sehr viel ältere Frauen auch im Publikum, also die sind siebzig oder siebzig plus.

    00:10:12: Und ich bin manchmal ganz erstaunt, dass die kommen und hören und auch das Buch kaufen.

    00:10:18: Und das ist ganz genau der Grund, was du gerade genannt hast, dass die sagen, rückwirkend sind sie so glücklich, dass das mal alles... benannt wird und dass es endlich darüber gesprochen wird und dass das für sie... irgendwie heilsam ist, ja, also auch die Geschichten zu hören oder das eben das Thema so aufgeht und ich glaube insofern auch dein Podcast.

    00:10:38: oder es gibt ja eine Reihe von von Podcast oder von Büchern oder also egal welche Form.

    00:10:45: ich glaube eben dieses Bedürfnis auch von uns Frauen jetzt offen darüber zu sprechen uns nicht zu verstecken uns nicht zu schämen zu sagen so geht es uns ja und bitte seht uns und nehmt uns ernst.

    00:10:59: Das ist, also ich finde das wunderbar und mich ärgert eher, wenn ich dann manchmal höre, hör schon wieder ein Wechseljahrs Thema.

    00:11:08: Ja, Leute, wir haben was nachzuholen.

    00:11:10: Das ist auch so, ja?

    00:11:11: Also, ich finde auch dafür müssen wir uns nicht schämen, sondern so ist es eben jetzt.

    00:11:15: Ich sehe das genauso wie du, darum mache ich das ja auch.

    00:11:18: Aber es gibt Frauen auch in unserem Lebensphase, die das ganz anders sehen.

    00:11:23: Also ich spreche immer in einem Podcast.

    00:11:25: Abwechslung nicht immer ganz, aber mit Experten und Expertinnen, Männer nämlich genauso wie Frauen und mit Personalities um das mal so zu schildern und eben auch mit Schauspielerinnen.

    00:11:35: Und die meisten sind so wie du oder ich und begeistert und musst darüber reden.

    00:11:40: Aber ich habe schon von sehr bekannten Schauspielerinnen auch eine Absage bekommen.

    00:11:44: Die meinen, wir machen uns schwach, wir reden nur über unsere Schwächen.

    00:11:49: Kannst du das nachvollziehen?

    00:11:50: Nein, ich weiß aber, was sie meinen.

    00:11:53: Ich sag mal, das Schambehaftete oder dieses Tabu herftet eben so sehr an dem Thema, dass du jetzt als glamouröse Schauspielerin der Öffentlichkeit ... Also du willst sozusagen, ich meine, das ist eine Branche, die ist sehr jung und wir müssen mithalten und wir müssen aussehen und wir müssen eine Ausstrahlung haben und wir müssen wollen vorkommen.

    00:12:13: Und das ist ja vielleicht ein Thema, wo wir dann auch schnell sind, bei der Unsichtbarkeit und dem Sichtbar bleiben von Frauen in unserem Alter.

    00:12:22: Das ist, finde ich, ein großes Thema.

    00:12:24: Ich finde fast, das ist das größte, ehrlich gesagt, dass wir uns nicht mit über fünfzig plötzlich so wegwischen lassen.

    00:12:31: Und das ist natürlich bei Schauspielerinnen und ich habe das auch erlebt, ein großes Thema, weil es gibt viel weniger Rollen.

    00:12:37: Es gibt, wir sind nicht mehr das Love-Interest, wir sind aber auch noch nicht die Omi.

    00:12:42: Also wir sind irgendwas dazwischen und für Frauen in unserem Alter wird sehr wenig geschrieben, geplant.

    00:12:50: Wir werden nicht als positive Heldinnen verkauft und da sind wir plötzlich bei einem gesellschaftlichen Zusammenhang, den ich... Der mir total wichtig ist, nämlich, es kann ja nun nicht sein, in Deutschland sind wir neun Millionen Frauen in dieser Lebensphase, dass wir nicht erzählenswert sind.

    00:13:07: Das kann

    00:13:08: ja nicht sein.

    00:13:08: Das ist ungefähr eine Million, das ist ungefähr die Relation.

    00:13:11: Es gibt diese Kampagnen, wir sind neun Millionen, in Österreich gibt es das mit, wir sind eine Million.

    00:13:15: In deinem Beruf ist das natürlich ganz besonders.

    00:13:17: Ich komme aus der Fernsehwelt, aus den Nachrichten eigentlich, aber auch da ist es mit Moderatorinnen, mit auch so eine Geschichte, wenn man da genau hinschaut, beginne die dann zu verschwinden für mich.

    00:13:27: das ist ein Grund, warum ich von mir ausgegangen bin, bevor sie mich verschwinden lassen.

    00:13:31: Das wollte ich auch nicht haben.

    00:13:33: Aber diese Sichtbarkeit von Frauen, ich glaube ja auch, dass dieses Thema die Ärztinnen sprechen über die medizinischen Geschichten, aber wir sprechen ja auch über die gesellschaftlichen Implikationen.

    00:13:44: Und überall ist eine Diskussion, egal in welchem Job, wir sollen länger arbeiten logischerweise, weil wir älter werden, aber wenn wir verschwinden, wie sollen wir denn länger arbeiten?

    00:13:54: Ja, oder überhaupt, wenn man so es geführt, werden wir überhaupt noch gesehen und ernst genommen.

    00:13:59: Und ich finde es sowieso ein ganz komisches, falsches Denken, weil ich glaube, ich gehe mal ganz von mir aus.

    00:14:06: Ich habe das Gefühl, ich habe sehr viel mehr zu bieten als noch vor fünfzehn Jahren.

    00:14:11: Also, da sind mehr Erfahrungen, da ist irgendwie ... Ich bin mir auf eine Art auch näher, ja?

    00:14:19: Also, ich weiß irgendwie, wer ich bin, ich weiß, was ich kann.

    00:14:21: Ich weiß, was ich anzugeben

    00:14:22: habe.

    00:14:22: Aber was du nicht mehr willst, wahrscheinlich.

    00:14:23: Und das macht machen ganz viele Leute auch eine Sorge.

    00:14:25: Ja, genau, auch was ich nicht mehr will.

    00:14:27: Genau, so ist es.

    00:14:29: Also, ich kann das auch nicht nachvollziehen.

    00:14:32: Und das ist etwas, was mir sehr am Herzen liegt.

    00:14:35: Also, drum glaube ich auch, ist dieses, dass wir uns vernetzen und uns unterstützen, total wichtig.

    00:14:40: und uns klarmachen, wir sind nicht alleine, wir sind ganz viele.

    00:14:45: Und wir sind eigentlich, also ich meine ganz ehrlich, meine Hitzewallung oder mein Brainfog oder was weiß ich, mit was sich manche Frauen ja auch nur plagen.

    00:14:55: Es ist ja überhaupt nicht zu pauschalisieren, aber wir sind ja da.

    00:14:59: Und wir haben eigentlich, wenn man mal ehrlich ist, mehr Zeit, weil die Kinder sind groß.

    00:15:06: Wir werden nicht mehr schwanger, auch unheimlich günstig, wenn man uns anstellen möchte oder als Mitarbeiter haben will.

    00:15:13: Also da gibt es auch ganz viele positive Dinge und ich denke, da sollten wir den Fokus hinrichten.

    00:15:19: Und ich bin auch dafür, dass wir das älter werden.

    00:15:24: Das ist ja auch was, was so komisch negativ behaftet ist und das verstehe ich eigentlich auch nicht, weil ich finde, wir sollten gesellschaftlich dem Älter werden mal Das sollten wir mal aufwerten.

    00:15:34: Und eher sollten wir Frauen zu den alten Weisen werden, die man um Rat fragt und die einem zur Seite stehen und die echt viel wissen.

    00:15:43: Da denke ich so, das stünde uns viel besser.

    00:15:48: Und jetzt ein bisschen Werbung.

    00:15:50: Gefühlschaos.

    00:15:51: Omnibiotik aktiv begleitet Frauen in wechselhaften Zeiten.

    00:15:55: Omnibiotik aktiv in deiner Apotheke

    00:15:58: erhältlich.

    00:16:00: Das hat ja auch was damit zu tun, dass diese Wechseljahre immer noch so, es wird zwar viel darüber geredet, aber ich habe schon das Gefühl, wenn man sich dieses Thema widmet, dann ist man da bubble und dann kriegt man natürlich auch viel mehr mit davon und so, es ist aber trotzdem immer noch im Allgemeinen ein Randthema und ein Tabuthema, weil es eben nicht da werden zu tun hat und es viele Frauen gibt oder die Gesellschaft irgendwie, die älter werden bei meinen Frauen nicht, als positiv empfindet.

    00:16:26: Also ich hab auch eine Geschichte, Nele heißt die Frau, die geht beim, also ist eine Geschichte, wo eine Frau zum Dermatologen geht, weil sie auch das Gefühl hat, sie genügt nicht mehr.

    00:16:35: Also sie muss jetzt sich irgendwie verjüngen, ihrem Alter entgegenwirken.

    00:16:42: Eigentlich für ihren Mann, weil der gerade so abhanden kommt.

    00:16:46: Ich meine, man muss schon mal überlegen, also die meisten Frauen sagen ja, das machen sie für sich und so, aber es ist eben auch ein... Wie werde ich gesehen und wie will ich gesehen werden?

    00:16:56: Und ich finde, wir müssen weg davon.

    00:17:02: Das Gefühl, wir genügen nicht mehr.

    00:17:05: Das Problem ist nicht bei uns, weil älter werden wir alle.

    00:17:09: Das ist

    00:17:09: ja ein großer

    00:17:10: Gemeinsamannennheit, den wir alle erleben.

    00:17:13: Und darum, also bitte, wir müssen uns so nicht dafür schämen, dass wir nicht mehr jung und knackig und wie fünfundzwanzig aussehen.

    00:17:19: Also ich hab damit jetzt aufgehört.

    00:17:21: Ich möchte mich dafür nicht mehr schämen.

    00:17:23: Aber dann gibt es ja auch genau diese Gegenbewegung, dass dann, ich nenne jetzt mal Nicole Kidman und andere Hollywood-Schauspielerinnen, die schon nach wie vor gut besetzt werden, sie müssen aber allerdings, wenn sie gegen Ende Fünfzig hinaussehen, wie dreißig.

    00:17:37: Das ist ja auch eine Strömung, die wir gerade

    00:17:39: haben.

    00:17:40: Aber findest du's schön?

    00:17:42: Ich bin

    00:17:42: Nicole Kidman und

    00:17:43: find's wie ein Geist.

    00:17:44: Ich denk mir immer so, Gott, die Arme, das ist ja wirklich gruselig.

    00:17:47: Also, hingehungert und hingestreckt.

    00:17:50: Also, keine Ahnung, ich kann mir das kaum angucken, muss ich ehrlich sagen.

    00:17:54: Und das ist dann vielleicht auch Geschmackssache, aber natürlich, dann kann man darüber reden, das sind dann so die Seegewohnheiten.

    00:18:01: Und dann denkt man plötzlich, man muss auch so aussehen.

    00:18:05: Also, vielleicht soll ich... Es gibt andere Frauen, die an denen kann man sich auch orientieren, die noch strahlen und wunderschön sind.

    00:18:16: Ich denke mir, es muss gruselig sein, wenn du dich selbst in ein Spiel geschahst und du bist eigentlich nicht mehr der Mensch, der du warst.

    00:18:21: Und da gibt es ja ein paar Beispiele.

    00:18:23: Ja, absolut.

    00:18:25: Jetzt reden wir aber wirklich über dein Buch.

    00:18:26: Ein paar Mal haben wir schon ein bisschen was gehört.

    00:18:28: Also ich habe auch gelesen, es ist ein Stand, es sind eben literarische Kurzgeschichten, das ist kein Sachbuch.

    00:18:34: Es ist ein Stand, aber auch durch den Austausch von dir und Beobachtungen deiner Umwelt und mit Freundinnen.

    00:18:43: Und dann hast du zu den jeweiligen Themengeschichten erfunden oder wie bist du vorgegangen?

    00:18:48: Also ich habe gesammelt und ich habe also für manche Geschichten gibt es sozusagen so eine Art Patinnen, aber ich habe die Geschichten immer fiktionalisiert.

    00:18:56: Also und das Konzept war so ein bisschen, es sind sechsundzwanzig Geschichten, ich habe das dann durchkonjungiert.

    00:19:02: Ich habe bin drauf gekommen, weil es auf einmal so viele waren ja und ich fange bei A an Annabelle und höre bei Z Zoe auf und habe versucht sozusagen, also für mich hat dir das jede Geschichte ein.

    00:19:16: Thema.

    00:19:17: Es geht von Unsichtbarkeit über eine Entscheidungsritual.

    00:19:25: Kinderzimmer ist leer, Kind ist ausgezogen, also empty Nest.

    00:19:28: Es geht um eine schlimme Krebsdiagnose.

    00:19:32: Es geht um den fünftigsten Geburtstag, der wie ein Fluch auf einen zukommt.

    00:19:36: Also das sind so.

    00:19:37: oder eben die Frau, die zum Hautarzt geht, weil sie denkt, sie muss jetzt Jungstraf und Schön wieder werden.

    00:19:43: Also genau das.

    00:19:45: Ich habe so versucht, oder auch ein spätes Coming Out kommt vor, diese Themen, die uns so umtreiben, einzufangen und in Geschichten zu erzählen.

    00:19:58: Und was ganz interessant war vielleicht, weil wir ja auch bei einem Podcast sind, das ist ja ein, also wir hören ja gerade, also wir haben es auch als Hörbuch eingelesen.

    00:20:06: Mit deiner Schauspielfreundin, oder?

    00:20:08: Und das

    00:20:09: ist, sag

    00:20:09: mal, wen hören wir denn da alle?

    00:20:11: Also wir hören da Julia Koschitz, die auch in Österreich sehr bekannt ist, seine gute Freundin von mir, die Anna Schutt und die Sophie von Kessel, die auch hier in Wien lang am Theater war.

    00:20:22: Es sind alles drei, sind wirklich enge Freundinnen von mir, enge Kolleginnen und Freundinnen, die wir uns schon in eine ganze Weile in unserem Leben begleiten.

    00:20:31: Habe ich mich wahnsinnig gefreut, dass die alle dabei waren.

    00:20:34: Und als wir das aufgenommen haben, hatten wir zwei männliche Tontechniker, die also dadurch ... Neben uns saßen und gezwungen waren diese sechsundzwanzig Frauengeschichten sich anzuhören und die immer leiser wurden und am Schluss gesagt haben, das ist ja Wahnsinn.

    00:20:48: Also vieles wusste ich überhaupt nicht.

    00:20:50: Und jetzt verstehe ich meine Frau endlich.

    00:20:55: Und das hat mich wahnsinnig gefreut, weil das waren sozusagen unsere ersten männlichen Hörer.

    00:21:01: Und ich dachte danach so, ja, das Buch eigentlich sollten das unbedingt Männer auch lesen, weil sie wirklich, glaube ich, Dinge erfahren, die sie vorher nicht wussten oder sagen wir so, dass die Thematik plötzlich nachfühlbar wird.

    00:21:15: Ich glaube, dass das ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist, dass es einfach alle, die ganze Gesellschaft und Männer wie Frauen, wie Kinder angeht, sowas du angesprochen hast, das ist oft ja auch eine Phase, da radikalen persönlichen Entscheidungen, entweder Frauen, die aus Beziehungen rausgehen, die schon lange nicht mehr so sind, oder Männer, die sich jüngeren Frauen hinwenden oder ihre Frauen nicht mehr verstehen können, die verstehen sich oft selbst nicht in dieser Phase.

    00:21:38: Also ich spreche hier ganz bewusst auch immer wieder, ich habe den Chef des österreichischen Arbeitsmarktservicees hier auch zum Beispiel gehabt, der Arbeitsmarkt, riesen, riesen Thema, aber ich denke, wenn man informiert ist, kann man mit Dingen ja wesentlich besser umgehen.

    00:21:51: Kommen wir zu deinen Lesungen auch,

    00:21:52: Männer?

    00:21:54: Ja, also oft sind das mitgeschleppte Männer, aber oft sind die Männer dann die, die am Schluss noch mal zu mir kommen und irgendwas fragen oder so.

    00:22:02: Und eigentlich sehr interessiert sind, ja.

    00:22:05: Ich denke mir, wenn man so ein Buch schreibt, dann beschäftigt man sich ja nochmal mehr auch mit dieser Phase.

    00:22:09: War das für dich auch ein bisschen so ein therapeutischer Side-Effekt, dass du selber mit der Phase besser umgehen konntest?

    00:22:16: Also am Anfang vielleicht, ja.

    00:22:18: Also am Anfang hat es mich unheimlich getrieben und ich hatte großen ... Also, das war richtig mein Motor, aber irgendwann ist es natürlich ein Projekt und irgendwie ist es dann ja auch ein Beruf und dann gibt es auch Termine, die man einhalten muss.

    00:22:30: Aber ich habe doch, es war auf jeden Fall ein Herzensprojekt, das kann ich ganz klar sagen und ich habe mich sehr gefreut, so schnell ein Verlag zu finden.

    00:22:39: Buches im Eisele-Verlag erschienen.

    00:22:42: Und ich merke jetzt, für mich ist es auch übrigens mein literarisches Debüt.

    00:22:46: Also ich habe vorher Drehbücher und auch Theaterstücke geschrieben.

    00:22:49: Also für mich ist das sozusagen auch nochmal eine kleine neue Welt, die sich da mir eröffnet gerade.

    00:22:55: Und ich bin da sehr dankbar und finde das total spannend auch, in diesen Austausch zu kommen mit den Leserinnen und den Zuhörerinnen.

    00:23:07: Ja, ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich irgendwann noch ein weiteres Buch schreibe, vielleicht zum anderen Thema, aber es ist schon auch etwas, was ich auch schon immer gemacht habe, auch wenn man mich jetzt als Schauspielerin eher natürlich in der Öffentlichkeit sieht und kennt.

    00:23:22: Aber neben Zeregi ist jetzt auch irgendwie dieses Schreiben ein ganz wichtiger Bestandteil, der zu mir gehört.

    00:23:29: Und für mich war Schreiben schon immer etwas... Ich hatte immer was mit Reflexion zu tun.

    00:23:36: Ich bin eine große Tagebuchschreiberin, seit ich ein Teenager bin.

    00:23:41: Ich habe mir vieles von der Brust geschrieben und vieles umzuordnen.

    00:23:49: Gerade wenn es schwieriger wurde, ich habe das immer schreibend versucht zu ordnen.

    00:23:55: Ein paar Folgen vor dieser mit dir, Sassia Proshat-Madani, die du wahrscheinlich auch kennst.

    00:23:59: Ja,

    00:24:00: ach die ja toll, ja.

    00:24:01: Gerade

    00:24:01: ein Buch gemacht hat und auch gesagt hat beim Schreiben, denkt sie einfach auch besser.

    00:24:06: Ich habe ein Hintergrund mit dir gelesen, wo ich gelesen habe, du hast gesagt, es soll ein Buch sein, das tröstet.

    00:24:13: Inwiefern tröstet dieses Buch?

    00:24:16: Also tröstet und unterstützt und aber auch unterhält, ganz ehrlich.

    00:24:23: Mir war eher wichtig, dass das Buch ein helles Buch bleibt.

    00:24:26: Also ich wollte nicht ins Jammertal der Menopause hinabsteigen, sondern ich wollte, dass das Buch unterhält.

    00:24:33: Und das ist auch ... Trüstens ist es, glaube ich, weil man mal mit Abstand über sich auch ein bisschen lachen kann und weil man irgendwie drauf guckt oder weil man denkt, ah, der geht es ja genauso oder der geht es ähnlich oder so, jemanden kenne ich auch.

    00:24:48: Also, Trüstens ist es auf jeden Fall, weil wir anhand dieser sechs und zwanzig Geschichten siehst du, okay, wir sind wirklich viele.

    00:24:57: Und wir sind nicht alleine mit den Themen.

    00:24:59: Und das finde ich total tröstend.

    00:25:03: Dass man sagt, okay, es ist zwar nicht alles nur einfach und witzig, aber geht vorbei ist eine Phase.

    00:25:11: Und die Phase birgt auch Neues in sich.

    00:25:14: Es ist ja immer, wenn man durch so Täler muss, dann geht es auch wieder bergauf oder es ergibt sich was Neues.

    00:25:23: Ich hab ja mal das, aber das ist vielleicht auch bei dir jetzt hier ein alter Hut, aber es gibt ja diese Glückskurve, ne?

    00:25:30: Und man sagt ja so bei ... Die geht drauf

    00:25:31: wieder.

    00:25:32: Bei zwanzig und sechzig, das ist auf der selben Ebene.

    00:25:35: Und wenn ich mir das überlege, also ... Da freue ich mich ja jetzt schon drauf, sechzig zu werden.

    00:25:40: Schöne

    00:25:40: Aussicht.

    00:25:42: Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Podcast nenne, natürlich.

    00:25:45: Und davon wegen Pause war dann nämlich, bald in meinem Kopf braucht ein Untertitel und ich habe mich dann für ein fulminanter Neustart entschieden, weil es genau das ist, was du ansprichst.

    00:25:53: Ich habe das selbst gemacht.

    00:25:54: Ich habe mich nach zweiunddreißig Jahren auch beruflich selbst erfunden und bin draufgekommen.

    00:25:59: Ah ja, da bin ich ja gar nicht allein.

    00:26:00: Das tun ja eigentlich ziemlich viele in diesem Alter, weil wir ja auch noch so viel vorhaben.

    00:26:06: Ja, total.

    00:26:06: Ja, und das ist, finde ich, auch ein Aspekt, den darf man mal nicht unterschätzen.

    00:26:10: Wir werden ja alle steinalt.

    00:26:12: Ich meine, das Durchschnittsalter bei Frauen in Deutschland ist bei ungefähr eighty-fünf.

    00:26:16: Also da habe ich jetzt ja echt noch eine Reihe von Jahren vor mir, ja, also nämlich mal hier irgendwie, ja, dreißig, fünfundreißig, keine Ahnung, meine Oma ist hundertvier geworden.

    00:26:25: Das ist ja noch

    00:26:26: richtig viel.

    00:26:26: Da hast du viel für dir.

    00:26:27: Da habe ich, also wenn ich das schaffe, ja.

    00:26:29: Und die Zeit, die muss man ja mal sinnvoll füllen.

    00:26:32: Und wir sind alle eigentlich ganz schön fit.

    00:26:34: Also wenn ich meine zwei jährige mutter sehe die hat überhaupt keine lust irgendwie aufzuhören zu arbeiten die hat immer noch eine galerie und macht und tut und ich denke immer so verrückt wann also ich muss sie bremsen?

    00:26:45: ja und das ist schon also da das finde ich noch vielleicht ein aspekt diese roll models.

    00:26:50: also ich sehe mich oder das siehst du vielleicht auch mit dein podcast so Ich finde, wir müssen irgendwie auch unseren Töchtern Vorbilder werden.

    00:26:58: Wir müssen auch sagen, nee, nee, Leute, also wir sind jetzt nicht hier die Omas, die sich ab sechzig aufs Sofa setzen und stricken.

    00:27:06: Wir haben total viel irgendwie noch, was umgesetzt werden muss und was wir tun wollen.

    00:27:14: Und also mal abgesehen davon, dass man Aufgaben braucht und so.

    00:27:17: Aber wir haben auch gesellschaftlich was beizusteuern, sei es politisch, sei es gesellschaftlich, sei es wie auch immer.

    00:27:23: Und wir leben einfach wahnsinnig lang und da ist zum Beispiel auch Platz für vielleicht noch eine Beziehung oder eben noch einen neuen Beruf oder eine große Reise oder ein Abenteuer.

    00:27:38: Und da finde ich, gerade wenn man so ein bisschen verzagt ist und ich sage jetzt mal dieser hormonelle Umbau.

    00:27:45: Führt ja bei manchen dazu, dass man so denkt, oh Gott, das jetzt.

    00:27:49: Und ich kann gar nichts mehr und ich verbinde ich denn.

    00:27:51: Und dann ist man so durcheinander und weiß nicht genau so richtig weiter.

    00:27:55: Und so ging es mir auch.

    00:27:56: Also ich hab plötzlich gedacht, oh, das ist ein Jetzt.

    00:27:59: Und hat auch wenig Antrieb erst mal.

    00:28:01: Und dann muss man irgendwie daran festhalten oder daran glauben, dass die Kurve geht wieder hoch und Energie kommt auch wieder.

    00:28:10: Na ja, ich glaube, das mit den Rollmodels ist ganz wichtig, was du angesprochen hast, die haben uns nämlich gefehlt.

    00:28:15: Die sind so langsam, ich erinnere mich, wie das bei mir angefangen, gab es dann in Amerika, also die ersten, die aus der Deckung gegangen sind für Rollmodels.

    00:28:21: Ich habe so wie du auch eine einzige Tochter, die auch schon ausgezogen ist, fand ich auch schön und nicht schön, gleichzeitig.

    00:28:27: Aber ich hoffe auch sehr, dass für die Generation unserer Töchter da einfach etwas... mehr Information, mehr Selbstbewusstsein und etwas bleibt.

    00:28:37: Weil wir sind ja, ja, wir sind nicht vom alten Eisen.

    00:28:41: Wir haben noch einiges vor.

    00:28:43: So ist es.

    00:28:44: Und ich habe das Buch meiner Tochter gewidmet, weil ich genau ... auch findet.

    00:28:49: Und ich glaube auch in der Generation, da ändert sich schon wieder ganz viel.

    00:28:53: Die denken viel toleranter, viel offener, die sehen sich auch ganz woanders.

    00:28:57: Also die sehen sich, die empfinden sich schon viel gleichberechtigter und das ist total schön zu sehen.

    00:29:03: Absolut.

    00:29:04: Und die thematisieren jetzt mehr Themen wie eben Institution und Endometriose und all diese auch Frauengeschichten.

    00:29:09: Die Scham

    00:29:09: ist weg.

    00:29:10: Die Scham

    00:29:11: ist

    00:29:11: irgendwie weg und das ist doch toll.

    00:29:14: Und umgekehrt sehe ich bei meiner Mutter eben, die ist zum Beispiel auch, die hat zu mir gesagt, Jule, dein Buch hätte ich gern mit Fünfzig gelesen.

    00:29:21: Und genau das ist, was du sagst, also unsere Generation, unsere Mütter haben das noch nicht uns vorgelebt.

    00:29:27: Und das finde ich auch schön, weil da so was ... zurückkommen.

    00:29:31: trotzdem gerade für mich, also mit dem Buch.

    00:29:33: Das ist ganz schön zu sehen, dass das sogar noch bis auf diese Generation sozusagen hin weht.

    00:29:41: Ja, und ich könnte mir vorstellen, du bist auf Lesereise, dass da viel Austausch dann auch passiert.

    00:29:46: Oder als ich nehme mal an, da wird viel dann untereinander gesprochen werden, wenn du liest.

    00:29:51: Danach öffne ich eigentlich immer das Gespräch und danach ist viel Austausch und das freut mich auch sehr.

    00:29:57: Jetzt hoffen wir, dass du mit dem Büroch nach Wien kommst.

    00:30:00: Noch ist es nicht ganz gecheckt, aber vielleicht arbeiten wir da dran.

    00:30:04: Also wir arbeiten sehr gern dran.

    00:30:05: Ich komme unheimlich gerne nach Wien.

    00:30:07: Wien ist für mich eh immer schon so eine Stadt gewesen.

    00:30:10: Da wollte ich immer hin.

    00:30:11: Ich wäre so gerne ans Reinhard Seminar und die haben mich dann nicht genommen so gemein.

    00:30:15: Also Wien ist eher eine Herzensstadt und ich komme gerne und lese bei euch.

    00:30:19: Also hallo Buchhändlerinnen, bitte ladet mich gern ein.

    00:30:24: Ja, wir werden schon was machen.

    00:30:26: Vielleicht können wir das ein bisschen unterstützen und vielleicht können wir uns auch persönlich kennenlernen.

    00:30:30: Das wird mich wahnsinnig freuen.

    00:30:31: Wir stehen da schon Richtung Ende.

    00:30:33: Du musst nämlich deinen Zug erwischen.

    00:30:35: Ich schaue auf die Zeit.

    00:30:36: Ich habe das schon im Blick.

    00:30:38: am Ende meiner Podcastfolgen.

    00:30:40: Frage ich jede meiner Gesprächspartnerinnen oder Partner nach ihrem ganz persönlichen Menotyp.

    00:30:48: Was wäre das bei dir?

    00:30:51: Ich finde das so schwer, ja?

    00:30:52: Also mein persönlicher Minotip ist, das jetzt nicht mit dem Vergangenen zu vergleichen, sondern das, was ist, zu nehmen und eher nach vorne zu denken und zu sagen und was kommt jetzt, also neugierig bleiben, offen bleiben.

    00:31:13: Ein wunderschöner Tipp.

    00:31:14: Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir für dieses Gespräch.

    00:31:17: War großartig.

    00:31:19: Viel Erfolg mit dem Buch.

    00:31:20: Das wird sicher ein Renner, bin ich davon überzeugt.

    00:31:22: Und du schreibst ja auch Drehbücher, dann schreib doch mal auch ein Film zum Thema Menopause.

    00:31:26: Da gibt es auch noch so wenig.

    00:31:28: Ja, das stimmt.

    00:31:29: Aber zum Beispiel, da gibt es dann wieder viele Redakteure, die davor noch ein bisschen Angst haben.

    00:31:34: Also es ist nicht so, dass wir das nicht versuchen.

    00:31:37: Wir bleiben dran.

    00:31:39: Okay, dann vielen Dank für die Einladung.

    00:31:41: Schön, dass ich bei euch mache.

    00:31:43: Danke dir.

    00:31:43: Ich habe jetzt am Ende noch einen Hinweis in eigener Sache, denn mit großer Freude kann ich euch sagen, dass kommendes Jahr mein Podcast live geht in die Kulisse.

    00:31:51: Das ist ein sehr bekanntes Wiener Cabaret-Lokal.

    00:31:53: Der erste Gast wird die Kurier-Kolumnistin Gabriele Kuhn sein.

    00:31:57: Die ist eine absolute Expertin für alles, was uns Frauen in der Lebensmittel so beschäftigt, immer mit Humor.

    00:32:02: Wir werden sicher auch viel lachen.

    00:32:03: Ich freue mich auch, wenn wir uns dort persönlich treffen und eben auch wie gerade besprochen uns auch austauschen können.

    00:32:08: Der Ticketverkauf hat schon begonnen.

    00:32:10: Den Link dazu gibt es in den Show noch.

    00:32:12: Wäre doch zum Beispiel auch ein Weihnachtsgeschenk für die beste Freundin, für den Kollegen, den Partner, für den Schäf, ja auch für die Männer.

    00:32:20: Denn je mehr wir wissen, desto besser kommen wir durch diese Phase.

    00:32:23: In diesem Sinne, danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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