Folge 39 - Martina Thiele - „Je älter, desto weniger sichtbar.“

Shownotes

Martina Thiele ist Univ. Prof. für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Gender Media Studies und Stereotypen-und Vorurteilsforschung. Im Auftrag des ORF hat Prof. Thiele Studien zu Geschlechterkonstruktionen in verschiedenen TV-Formaten durchgeführt.

Im Gespräch mit Birgit Fenderl geht es um die Sichtbarkeit und Darstellung von Frauen in Medien. Frauen sind immer noch unterrepräsentiert und je älter sie werden, desto weniger sind sie sichtbar, meint die Medienwissenschaftlerin und verweist auf Studien wie zum Beispiel die Malisa Studie der Stiftung von Maria Furtwängler. Dass kulturell immer noch fest verankert sei, älteren Frauen vor allem negative Eigenschaften zu zuschreiben, belaste Frauen in der Menopause, ärgert sich die Univ.-Professorin.

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    00:00:00: Die Sichtbarkeit beziehungsweise die Unsichtbarkeit von Frauen ab fünfzig.

    00:00:05: Darüber haben wir hier in diesem Podcast schon oft gesprochen und die Frage ist natürlich, wie sieht sie tatsächlich aus?

    00:00:12: Schauen wir auf die Medien werden Frauen tatsächlich aber einem gewissen Alter weniger wahrgenommen?

    00:00:19: Die Frage ist ja nicht nur Werden Sie weniger wahr genommen sondern davor ist Werden sie weniger gezeigt?

    00:00:27: also hat man überhaupt die Chance Frauen und Männer gleichberechtigt wahrzunehmen.

    00:00:33: Und man kann ganz klar sagen, alle Studien bestätigen, Frauen sind unterrepräsentiert und ältere Frauen erst recht.

    00:00:44: Je älter eine Frau ist desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit dass sie medial präsent ist.

    00:00:50: Wir sprechen ja so nicht über Gefühle sondern über Fakten.

    00:00:54: Ich bin schon sehr neugierig auf diese Folge.

    00:01:08: Ein wunderschöner Vormittag oder vielleicht ist das bei euch gerade Mittag und ihr macht vielleicht eine kleine Pause und hört dazu Podcast.

    00:01:16: Wann, wie und wo immer ihr von wegen Pause hört – ich freue mich sehr, dass ihr wieder dabei seid!

    00:01:22: Und ich freue mich, wenn wir uns vielleicht sehen bei einem meiner Live-Podcastshows.

    00:01:26: Die gibt's wieder im Wiener Cabarelocal Colisse.

    00:01:29: alle Termine und Tickets die findet ihr auf der Homepage der Colisse und natürlich hier auch in den Shownotes.

    00:01:35: Immer wieder haben meine Gesprächspartnerinnen hier im Podcast darüber erzählt wie sie ab einem gewissen Alter sagen wir mal fünfzig gemerkt haben dass sie anders oder weniger wahrgenommen werden als junge Frauen.

    00:01:47: Vor allem Schauspielerinnen erleben oft, dass sie nicht mehr besetzt werden.

    00:01:51: Dass es einfach auch keine Rollen mehr gibt für sie.

    00:01:54: und in der Welt aus der Ich komme im Fernsehen da gibt es viele Männer die bis zu ihrer Pensionierung moderieren.

    00:02:00: bei Frauen hingegen ist das eine absolute Seltenheit.

    00:02:04: Susanne Daubner in Deutschland mit der Tagesschau die ist ein wirkliches Rollemodel.

    00:02:08: In Österreich sehe ich so eine Frau eher nicht.

    00:02:11: irgendwann verschwinden die meisten Frauen vom Schirm.

    00:02:14: Früher war das still und leise, heute lassen sich das Frauen nicht nur gefallen.

    00:02:18: Und immer mehr Frauen wehren sich gegen diese Form von Altersdiskriminierung die sie öfter und stärker trifft als Männer Wie Frauen ab der Lebensmittelmedial dargestellt werden und wie viele von ihnen in wichtigen Rollen zu sehen sind.

    00:02:32: Das beeinflusst natürlich auch das allgemeine Bild von Frauen in diesem Alter und es beeinflußt ganz massiv wie sich Frauen fühlen Und daher habe ich heute eine Expertin zu diesem Thema eingeladen.

    00:02:44: Sie ist Professorin für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen, sie hat einige Jahre auch in der Paris Lodron-Universität in Salzburg gelehrt.

    00:02:53: Schwerpunkte ihrer Forschung und Lehrtätigkeit sind Gender Studies, Stereotypen und Vorurteilsforschungen.

    00:02:59: Im Auftrag des ORF haben sie Studien zur Geschlechterkonstruktion in verschiedenen TV und Radioformaten durchgeführt Und ich freue mich wirklich riesig, dass es sich für meinen Podcast Zeit genommen hat.

    00:03:11: Herzlich willkommen, liebe Martina Thiele!

    00:03:14: Ja herzlichen Dank für die Einladung.

    00:03:16: – Ich freue mich sehr, dass wir heute im Gespräch sein können.

    00:03:39: Freude ist ganz meinerseits.

    00:03:40: Wir haben uns persönlich kurz kennengelernt und zwar waren wir beide eingeladen beim sogenannten Journalismus Fest in Innsbruck, das ist ein sehr großer Journalistinnenkongress eigentlich.

    00:03:50: Da saßen wir gemeinsam auf einem Podium wo darüber gesprochen wird wie JournalistInnen ab

    00:03:55: fünfzig

    00:03:56: denn so weitermachen können.

    00:03:58: Müssen sie sich vielleicht neu erfinden?

    00:03:59: Im Moment ist ja gerade eine wirklich sehr, sehr angespannte Lage in vielen Medien betrieben.

    00:04:04: oder wollen Sie sich vielleicht auch weiter erfinden?

    00:04:06: und natürlich waren wir ziemlich schnell auch bei diesem Thema Sichtbarkeit.

    00:04:10: Und im Intro habe ich dich das ja schon gefragt.

    00:04:12: Deine Antwort war auch ganz klar.

    00:04:14: also du kannst auch wirklich wissenschaftlich von dir sagen es gibt immer noch keine gleichberechtigte Präsent oder Darstellung von Frauen und Männern auch ab einem gewissen Alter in Medien, wenn ich das richtig verstanden habe.

    00:04:27: Ja, das ist richtig.

    00:04:28: also Frauen sind medial unterrepräsentiert.

    00:04:32: wir müssen natürlich genauer hinschauen In welchen Bereichen?

    00:04:36: In welcher Formaten in welchen Medien denn genau?

    00:04:39: Und da gibt es zum Glück Studien aktuelle Studien.

    00:04:44: aber man kann sagen dass insgesamt seit den siebziger Jahren Mit Beginn der zweiten Frauenbewegung überhaupt diese Frage gestellt wurde nach der medialen Repräsentation von Frauen.

    00:04:55: Und es liegen seitdem Studien vor, aus denen man entnehmen kann wie das ist mit der geschlechter Repräzentation und Frauen sind, wie gesagt immer noch unterrepräsentiert.

    00:05:09: Ich kann internationale Studien zitieren oder eben auch Nationale für Österreich weil du hast ja gesagt ich habe für den ORF einige Erhebungen gemacht.

    00:05:20: Und auch da hat sich ganz deutlich gezeigt, dass bei allen Bemühen und bei aller Förderung auch Frauen deutlich unsichtbarer sind.

    00:05:30: Wenn wir jetzt noch mal genau hinschauen zum Beispiel wie ist das im Bereich Nachrichten?

    00:05:36: Wie ist es in dem non-fikzionalen Bereich oder aber im fiktionalen Bereich?

    00:05:42: Also

    00:05:42: Spielfilme...

    00:05:43: Genau.

    00:05:44: In Spielfilmen kommen Frauen natürlich häufiger vor, aber in Nachrichtensendungen sind sie unterrepräsentiert und dann wird häufig gesagt naja das liegt ja an der Realität weil wir haben ja auch weniger Frauen in den Parlamenten und weniger Politikerinnen.

    00:05:59: also da setzt sich auch etwas fort und deswegen ist es wirklich sehr wichtig genau hinzuschauen, worum geht es?

    00:06:07: Um welche Art Medium um welche Formate welcher Angebote.

    00:06:11: aber grundsätzlich lässt sich festhalten Frauen sind unterrepräsentiert.

    00:06:16: also fünfzig Prozent sind noch lange nicht erreicht.

    00:06:21: Ja oder weil sehen wir ein bisschen mehr als Fünfzig Prozent.

    00:06:24: meistens in den meisten Ländern also zumindest in Österreich ist das so.

    00:06:27: ich glaube in Deutschland ja auch gibt's ein bissel mehr Frauen.

    00:06:29: das hilft uns aber auch nichts also in der medialen Repräsentanz.

    00:06:33: Ich freue mich sehr, wenn wir auf diese Studien, die du jetzt schon angekündigt hast genauer eingehen können vielleicht nochmal auch klar eine Definition zu beginnen.

    00:06:42: Wenn man darüber redet wie Frauen repräsentiert sind oder wie sie in Medien vorkommen da meint man dann ja auch unterschiedliche Dinge.

    00:06:50: ich glaube so auch drei Kategorien.

    00:06:52: das eine ist fange ich mal an es ist die Welt aus der ich komme.

    00:06:55: ich habe wahnsinnig lange selbst im Fernsehen moderiert das sind die Moderatorinnen.

    00:06:59: die sieht man halt so.

    00:07:00: Das ist ein Bereich aber da gibt's ja noch zwei andere.

    00:07:03: Ja, also das ist auch sehr wichtig dort genauer hinzuschauen.

    00:07:07: Wer ist tatsächlich auf dem Bildschirm zu sehen?

    00:07:10: Und man denkt so ja da hat sich doch was getan es gibt mehr Moderatorinnen Es gibt auch mehr TV-Kommissarin aber da zeigt sich schon mal ein Unterschied.

    00:07:21: Also wir müssen unterscheiden wie ist das mit dem Personal, wenn man so will.

    00:07:27: Also mit den Leuten die in den Medien arbeiten?

    00:07:30: Wie sind da die Geschlechterverhältnisse und wer ist dann sichtbar als Moderatorin oder als Quizmaster auf dem Bildschirm?

    00:07:38: Das ist das eine!

    00:07:39: Und was passiert in den Redaktionen oder auch in den Spitzenpositionen im Medienunternehmen also?

    00:07:45: Da schauen wir eigentlich genauer auf den Berufsstand der Journalisten und Journalistinnen.

    00:07:49: ja oder auch Moderatoren oder Tourinen.

    00:07:53: Das andere ist, wenn das gesamte mediale Angebot nimmt, also die Medieninhalte.

    00:07:59: Wie ist es da mit den Geschlechterverhältnissen?

    00:08:02: Ja und deswegen müssen wir nochmal unterscheiden wenn wir davon sprechen Männer und Frauen in den Medien sind jetzt eigentlich die Journalisten und Journalistinnen gemeint.

    00:08:13: Sind dann nur diejenigen, die auf dem Bild schon präsent sind gemeint oder sprechen wir von allen.

    00:08:18: Also von allen Menschen, die ja potenziell die Chance haben müssten auch medial repräsentiert zu werden?

    00:08:26: Es gibt etwas, habe ich gelernt in der Vorbereitung auch schon.

    00:08:30: Wir haben uns ein bisschen ausgetauscht, auch davor was du nennst oder was allgemein offensichtlich in der Forschung so genannt wird – der sogenannte Merke-Effekt?

    00:08:39: Was ist denn das?

    00:08:40: Ja!

    00:08:41: Das ist eigentlich eine optische Täuschung nämlich dadurch dass einige wenige Frauen medial sehr präsent sind wie Angela Merkel als Bundeskanzlerin in Deutschland.

    00:08:53: Natürlich kam sie dann häufiger vor, das täuscht aber darüber hinweg dass insgesamt der Frauenanteil auch in der Politik gering ist und vor allen Dingen gering in Spitzenposition.

    00:09:07: Also da sind dann einige wenige, aber wenn wir mal schauen auch auf der Ebene der Lokalpolitik oder auch auf die Ebene des Bundesländern stellt sich das schon ganz anders dar.

    00:09:16: wie viele Landeshauptleute gibt es in Österreich oder Ministerpräsidentinnen in Deutschland?

    00:09:22: Bürgermeisterin

    00:09:23: gibt's was?

    00:09:24: Keine?

    00:09:25: Ja, ich erinnere mich noch an Gabi Burgstahler und was das damals auch für ein Ding gewesen ist.

    00:09:31: Wie sie sich jetzt

    00:09:32: bezeichnen darf oder sollte... Also es ist immer noch eine Ausnahmeerscheinung und gleichzeitig entsteht aber so der Eindruck Es sei doch alles super!

    00:09:43: Es sei jetzt gäbe sogar ne Bundeskanzlerin oder sonst eine Spitzenfrau.

    00:09:49: Aber das sind Frauen einsame Spitze.

    00:09:52: also in der Breite stellt sich das noch mal ganz anders dar und da haben wir noch lange nicht irgendwie Geschlechterparität erreicht.

    00:10:00: Also ich glaube, dass es in Medien ein bisschen ähnlich ist.

    00:10:03: Es gibt ja inzwischen doch recht viele Moderatorinnen auch von Politok-Chance und großen wichtigen Sendungen.

    00:10:09: Wenn man sich dann die Führungsstruktur und die Hierarchie anschaut, haben sie eigentlich fast immer einen männlichen Schiff.

    00:10:16: Ja, wir hatten es ja jetzt ganz aktuell auch wieder.

    00:10:18: Also die Debatte über ORF Generaldirektor und hat Ingret Turnherr eine Chance?

    00:10:25: und will sie überhaupt?

    00:10:26: Und die Sache ist entschieden!

    00:10:30: Es ist wiederum ein Generaldirektor.

    00:10:33: Wir hatten einmal eine Frau erinnere ich mich Monika Lindner aber da ist das gutes Personal vorhanden und dann am Ende Ist das

    00:10:45: immer noch schwierig für Frauen?

    00:10:48: Ich setze mich mit diesem Thema ja auch ein bisschen auseinander, wesentlich oberflächlicher und nicht so fundiert oder nicht so lang und wissenschaftlich wie du.

    00:10:55: Aber ich bin in der Auseinandersetzung damit natürlich auf Maria Furtwängler gestoßen die eine große Studie gemacht hat in Deutschland.

    00:11:04: So etwas gibt es wenn ich richtig informiert bin in diesem Umfang für Österreich glaube ich nicht.

    00:11:09: da war wirklich auch viel Geld im Spiel weil die Bohrstiftung dahinter sitzt aber vielleicht kannst Du uns da ein bisschen mehr darüber erzählen.

    00:11:15: Ja, also das ist wirklich interessant.

    00:11:18: Weil Maria Furtwengler sehr engagiert ist und sie war ja lange Zeit die Ehefrau von Hubert Burder.

    00:11:25: Die haben sich jetzt getrennt aber schon vor dieser Zeit ist ihr das auch übel aufgestoßen wie Frauen in den Medien dargestellt werden wenn Sie denn überhaupt vorkommen?

    00:11:37: Und sie hat eine Stiftung gegründet... ...die Mar-Lisa-Stiftung!

    00:11:42: Also da ist Ihr Vorname mit drin und der Ihrer Tochter.

    00:11:46: Und diese Stiftung hat Forschungsgelder bereitgestellt und in den Genuss dieser Auftragsforschung sind zwei Kolleginnen gekommen, mit denen ich auch das öfteren zusammen arbeite.

    00:11:57: Das sind die Rostocker Forscherin Elisabeth Prommer und Christine Linke.

    00:12:01: Die haben ganz banal angefangen zu zählen und zu messen.

    00:12:06: Sie haben sich das Angebot... deutscher Fernsehsender angeschaut, öffentlich-rechtlicher und privat-kommerzieller.

    00:12:13: Also ARD, ZDF, Sat.Eins, RTL, ich glaube ProSieben war auch dabei.

    00:12:19: Und sie haben sich Kinospielfilme angeschauen und das Kinderfernsehen also relativ breit alles was im Bereich audiovisuelle Angebote relevant sein kann und haben wirklich gezählt und gemessen und ihre Ergebnisse sind erschütternd.

    00:12:38: Ich sage jetzt nur mal ein paar Zahlen, die genau das bestätigen was ich anfangs auch gesagt habe Frauen sind insgesamt unterrepräsentiert.

    00:12:46: auf eine Fernsehfrau kommen zwei Männer und in der Fernsehe Fiktion ist es vielleicht etwas besser geworden.

    00:12:54: da sind Frauen tendenziell etwas präsenter Und auch ihre Darstellung ist insgesamt vielfältiger geworden.

    00:13:01: also weniger Stereotyp.

    00:13:04: In diesen fiktionalen Sendungen waren Aber das waren zumeist junge, attraktive Frauen.

    00:13:33: Und je älter die Frauen wurden desto seltener ... Bekamen Sie vor.

    00:13:38: Es gibt einen wirklich dramatischen Knick in dieser Studie.

    00:13:41: und es gibt ja, weil du gesagt hast, die Studie ist aus dem Jahr zwei Jahrzehnte, es gibt ein Follow-up inzwischen wo glaube ich so eine Attendenz gesagt hat sich ein Hauch verändert aber nicht wirklich verbessert.

    00:13:50: und vor allem was das Alter betrifft da hat sich's gar nicht verbessert.

    00:13:53: Und David dann richtig ab fünfzig kriminell

    00:13:56: Ja Also, die Daten haben sie wirklich in den Jahr zwei Tausend Sechzehn erhoben.

    00:14:00: Aber dann mehrfach auch, also hat es verschiedene Publikationen gegeben.

    00:14:04: Die Gesamtstudie ist zweitausend neunzehn unter dem Titel ausgeblendet erschienen und da wird das wirklich nochmal sehr deutlich dass sich je älter die Frauen sind desto weniger kommen sie vor.

    00:14:18: Also ab Mitte dreißig ist das Verhältnis dann eins zu drei ab sechzig Jahren eins zu vier.

    00:14:29: Also eine Frau, vier Männer und das zeigt schon sehr deutlich diesen Gender-Gab aber eben gerade auch wenn man so will Ageism ja Altersdiskriminierung Und das hat Susan Sonntag ja schon in two seventy zwei in einem ganz interessanten Essay dargelegt.

    00:14:45: sie sprach von the double standard of aging.

    00:14:50: also Alte Frauen werden noch mal ganz anders diskriminiert als alte Männer.

    00:14:57: Und das zeigt sich in den Medien leider sehr deutlich.

    00:15:01: Ich sage jetzt mal ganz halt, ob da muss man nur das Fernsehen aufdrehen?

    00:15:04: Dann sieht man das immer

    00:15:06: noch

    00:15:07: und jetzt weiß ich nicht, zähle ich dir einfach auch.

    00:15:10: vielleicht ist eine dumme Frage aber warum?

    00:15:13: Tja!

    00:15:14: Das hat

    00:15:15: viel

    00:15:15: mit den von mir untersuchten Stereotypen zu tun.

    00:15:21: Also Stereotype, die Kurzdefinition lautet immer bezogen auf Walter Lippmann Bilder in unseren Köpfen.

    00:15:29: Also es handelt sich um Bilder in unsere Köpfe.

    00:15:31: bei Stereotypes ich spreche von Kategorisierung und Attribuierung.

    00:15:37: also wir teilen Menschen in soziale Kategorien ein beispielsweise in die soziale kategorie männlich weiblich also nach Geschlecht.

    00:15:47: Und dann nehmen wir Zuschreibungen vor.

    00:15:50: Und gerade die alte Frau ist meist negativ konnotiert.

    00:15:56: Also, die Zuschreibungen sind meist nicht grade besonders freundlich... Gib

    00:16:01: mal ein paar Peispiele!

    00:16:02: Wir halten das aus.

    00:16:02: Ja,

    00:16:03: alte Frauen seien gemein hinterhältig also die Hexe zum Beispiel natürlich ... sexuell nicht attraktiv.

    00:16:12: Also es gibt diese Bilder vom Jungbrunnen, in denen die Alte hineinsteigen soll und jung und hübsch wieder rauskommen soll.

    00:16:21: Das ist kulturell fest verankert.

    00:16:25: Es ist einfach auch wirklich eine Verschränkung von übelsten Sexismus- und altersdiskriminierung.

    00:16:32: Männern hingegen werden eher positive.

    00:16:35: Eigenschaften zugeschrieben, also eine positive Attribuierung nachdem die Kategorisierung in Männer-Frauen stattgefunden hat.

    00:16:44: Also Männer gelten dann als Weise, als distinguiert, als seriös, als erfahren.

    00:16:52: ja das kann natürlich bei Frauen auch vorkommen aber tendenziell kommen die alten Frauen sehr viel schlechter weg als alte Männer.

    00:17:02: und das aufzulösen und aufzubrechen Puh, das braucht wahrscheinlich noch eine ganze Zeit.

    00:17:08: Das

    00:17:08: braucht wahrscheinlich die nächste Generation Frauen mit.

    00:17:11: Das werden wir vielleicht nicht mehr alleine schaffen.

    00:17:14: im Fernsehen wenn wir jetzt gerade beim Fernsehen bleiben rennt ja auch Werbung zum Beispiel und in Werbungen.

    00:17:20: also ich musste ehrlich sagen Ich schau nicht wahnsinnig viel fern gesehen obwohl ich selbst soviel Fernsehen gemacht habe.

    00:17:26: aber auch wenn ich mal Werbung sehe oder so Das sind Werbungen, die meinen wahrscheinlich als Zielgruppe mich mit meinen Mittefünfzig.

    00:17:33: Die zeigen mir aber als Darstellung einer Frau meines Alters eine Frau, die in meinem Empfinden irgendwie mindestens wie Mitte siebzig aussieht.

    00:17:42: Also ich fühle mich das sehr selten abgeholt.

    00:17:47: Es gibt beides!

    00:17:49: Wir haben lange uns auseinandergesetzt und tun es auch noch mit der Sozialfigur der jungen

    00:17:55: Alten.

    00:17:56: Die ist so in den neunziger Jahren aufgekommen, weil man natürlich auch auf den demografischen Wandel reagieren wollte.

    00:18:05: Also klar!

    00:18:06: In den westlichen Gesellschaften wir werden immer älter.

    00:18:10: und dann kommt sofort auch die Frage auf müssten wir nicht länger arbeiten?

    00:18:14: Weil das gesamte Pensionssystem was eben auch auf der Geburtenrate basiert ins Wanken geraten?

    00:18:22: Genau passend zu dieser hochpolitischen Diskussion, die ja anhaltend ist, kam dann diese neue Sozialfigur.

    00:18:29: Wir haben vor allen Dingen in der Werbung sehr viel mehr sogenannte Best-Ager oder junge Alte gesehen und dann kamen auch so tolle Label wie Silver Generation, Golden Surfer... Also wirklich Marketingsprech!

    00:18:46: Und diese Bilder von v.a.

    00:18:49: Paaren die zusammen auf Kreuzfahrtschiffen oder sonst wie konsumierend unterwegs sind, die waren wahnsinnig präsent.

    00:18:59: Das hat in gewisser Weise auch Widerspruch hervorgerufen und du hast ja jetzt von etwas anderem gesprochen.

    00:19:05: Du hast dir gesagt ich fühle mich eigentlich total jung und best-ageder mäßig und dann sehe ich immer so Leute, die sind doch wahnsinnigt alt hier.

    00:19:16: also die Forschung legt eigentlich, dass diese Best-Ager etwas überrepräsentiert sind.

    00:19:24: Vor allen Dingen in der Werbung aber auch infektionalen Unterhaltungsprogrammen und die wirklich Alten also die Hochaltigen bleiben weiter ausgeblendet oder werden weiterhin eher als leidend als Problem mit Defiziten versehen dargestellt?

    00:19:42: Und die ganze Debatte hat auch noch mal ein Wahnsinnsaufschwung genommen während der Corona Zeit Weil da ja natürlich auch die Frage diskutiert wurde, wie gehen wir mit Älteren um?

    00:19:53: Sind sie besonders schutzbedürftig?

    00:19:55: und da gibt es interessante Studien auch zur Darstellung von Alter während der Pandemie.

    00:20:03: Die Pandemie hat ja prinzipiell gesellschaftlich recht viel verändert leuchtet ein dass da auch natürlich einiges war.

    00:20:09: aber das ist so.

    00:20:10: das Umfeld sage ich jetzt mal oder so halt die Realität in der wir uns Bewegen.

    00:20:16: Ich habe am Anfang schon Susanne Daubner angesprochen, die ist wirklich ein Exotin mit ihr nicht glaube ich jetzt fünfundsechzig, die immer noch die Tage schaue moderiert aber ansonsten sind das meistens durchaus junge Frauen beispielsweise in solchen Sendungen oder woanders auch oder in Filmen.

    00:20:31: oder was macht es mit Frauen wenn sie einfach sehen dass Sie als Zielgruppe eigentlich medial relativ verschwinden?

    00:20:40: Ja Also es gibt verschiedene Initiativen in letzter Zeit, auch gerade von Schauspielerinnen die sagen das lassen wir uns nicht gefallen.

    00:20:50: Ja also unsere Rollenangebote werden immer weniger und sind auch meist sehr eingeschränkt.

    00:20:57: was jetzt das Rollenspektrum anbelangt dann soll man halt die glückliche Oma oder die verrückte alte spielen.

    00:21:04: Und da gibt es zum Beispiel eine Aktion von Silke Burmester.

    00:21:11: Wie heißt sie mit Vornamen zu Krofsky Moment?

    00:21:13: Da muss ich jetzt nochmal kurz überlegen.

    00:21:15: Ja, jedenfalls eine hochinteressante Aktion die darauf abzielt.

    00:21:20: Jetzt habe ich Let's Change the Picture.

    00:21:23: so heißt die Aktion und die ist von Gesine Zu-Krofski und Silke Burmester Und die setzen sich halt sehr dafür ein dass ein differenzierteres Rollenspektrum angeboten wird in überhaupt Frauen Ab einem gewissen Alter dann nicht verschwinden, sondern medial präsent sind.

    00:21:43: Und das hat sehr viel Aufmerksamkeit in Deutschland jemals hervorgerufen.

    00:21:47: und es gibt verschiedene andere Initiativen die genau das auch versuchen zu bewirken und ich glaube auch mal dieser Stiftung und die Studie der Kollegin die hat da viel nochmal bewirkt.

    00:21:59: einfach dass das diskutiert wird und vielleicht auch einzelne Fälle wo Frauen gesagt haben nicht gut behandelt worden.

    00:22:09: Und ich lasse mir das nicht länger gefallen, also manche haben dann öffentlich protestiert und andere haben sich zurückgezogen und gesagt, ich muss mit es nicht mehr geben und muss mich nicht mit irgendwelchen fadenscheinigen Erklärungen vom Bildschirm wischen

    00:22:25: lassen.".

    00:22:26: Also ja, so eine Daugner ist ein gutes Beispiel.

    00:22:30: Das zeigt aber auch nochmal dass vor allen Dingen die öffentlich-rechtlichen Anstalten da eigentlich ein sicherer Ort sind.

    00:22:39: Mehr gesellschaftliche Verantwortung wahrscheinlich auch übernehmen.

    00:22:41: gibt mir das Stichwort, ich habe gesagt du hast für den ORF auch Studien zur Geschlechterkonstruktion in verschiedenen TV und Radioformaten gemacht.

    00:22:48: Gibt es denn ZUKUS?

    00:22:50: Was ist dein Schluss?

    00:22:53: Ja also ich hab mich sehr gefreut dass sich dieser Studien machen durfte und es gab auch intensive Diskussionen mit der Gleichstellungskommission, mit der Abteilung Medienforschung.

    00:23:06: Und es hat sich tatsächlich auch durch unsere Studien etwas verändert.

    00:23:10: Das ist uns hinterher aufgefallen aber diese Studien sind immer nur für den internen Gebrauch.

    00:23:17: also wir durften sie nicht veröffentlichen.

    00:23:20: und ja Aber Es hat sich was verändert und zwar in den Bereichen.

    00:23:25: ich bringe bloß mal Beispiele im Kinderfernsehen in der Sportberichterstattung?

    00:23:31: Kurze Zwischenfrage.

    00:23:33: Kinderfernsehen und die Repräsentanz von Frauen und Männern, das heißt schon als Kind komme ich da mit einem ungleichen Weltbild konfrontiert.

    00:23:40: oder warum Kinderfernsehen?

    00:23:42: Ja, Kinderfernsein ist ganz spannend weil natürlich schon im frühen Kindesalter Vorstellungen von Geschlecht, von Männlichkeit und Weiblichkeit geprägt werden.

    00:23:52: also so muss ein echter Junge sein oder so muss Ein echtes Mädchen sein.

    00:23:58: Deswegen ist es wichtig, da mal genauer hinzuschauen und das haben wir auch gemacht.

    00:24:03: Wer sind die Moderatoren?

    00:24:07: Welche Kinder kommen vor?

    00:24:08: Welchen Kinder können selber sprechen was erzählen ihre Hobbys vorstellen?

    00:24:13: Wir haben zum Beispiel auch nicht nur nach Geschlecht geschaut sondern auch nach Ethnie also wirklich allen möglichen sozialen Kategorien in ihrer Verschränktheit.

    00:24:24: Da waren die Ergebnisse schon etwas besser.

    00:24:27: Also man merkt, dass sich in den letzten Jahren was getan hat und das gerade beim Kinderfernsehen auch ein Bewusstsein vorhanden ist, dass man nicht ganz simpel die klassischen Geschlechterstereotype reproduzieren sollte.

    00:24:42: also man versucht da schon bisschen auch gegen zu arbeiten.

    00:24:45: aber trotzdem ist uns genügend aufgefallen, wo wir sagen konnten das kann man noch besser machen.

    00:24:51: Ich

    00:24:51: nehme mal an auch beim Sport.

    00:24:52: Wir nehmen diese Folge gerade auf im letzten Drittel sozusagen der Weltmeisterschaft.

    00:24:56: und ja es gibt einzelne Kommentatoreninnen und SportmoderatorInnen aber sind eben noch Einzelne.

    00:25:01: Es sind wenige.

    00:25:02: Ja also der Sport ist ja bekanntermaßen die Domäne wo's am längsten dauert.

    00:25:10: Also es gibt ein paar mehr.

    00:25:11: du hast recht Moderatorin Sprecherin.

    00:25:14: Das führt dann wieder zu dieser Falschen Wahrnehmung,

    00:25:17: das sei doch

    00:25:18: alles super.

    00:25:19: Ja den Merkel Effekt ja also da sind einige wenige und über die wird berichtet und dadurch entsteht der Eindruck wieso?

    00:25:27: Also Männer meinen sowieso dass haben verschiedene Umfragen jetzt bestätigt dass doch eigentlich Gleichheit herrschen, warum sich die Frauen immer so aufregen.

    00:25:37: Deswegen sind die Studien und die Erhebung doch auch wichtig weil die Zahlen noch mal ganz klar sagen nein das stimmt nicht ja?

    00:25:44: Das ist eine verzerrte Wahrnehmung.

    00:25:47: es sind immer noch Frauen.

    00:25:49: deutlich unterrepräsentiert überhaupt die ganze Sportberichterstattung auch die Konzentrationen auf den Spitzensport.

    00:25:57: das sind dann meistens Sportarten, die eben auch fest in Männerhand sind.

    00:26:02: Das hat sich ein bisschen was getan in Sachen Frauenfußball und da dürfen dann auch Frauen die Spiele kommentieren ja oder als Reporterin paar Fragen stellen.

    00:26:13: aber weh ist es anderswo?

    00:26:14: also wenn dann Frauen tatsächlich über Männerwettbewerbe berichten?

    00:26:18: Da wird immer noch sehr genau hingehört und das war in Deutschland zum Beispiel ein Riesenthema dass jetzt für die erste Liga eine Tränerin gibt, ja einer Männermannschaft.

    00:26:30: Ja wie konnte

    00:26:31: das passieren?

    00:26:34: Und dann wurde natürlich auch immer wieder sofort die Qualitätsdebatte geführt ob die jetzt wirklich ausreichend qualifiziert ist und so.

    00:26:42: Ja wir kennen das.

    00:26:44: Expertinnen glaube ich wenn ich gelesen habe im deutschsprachigen Raum überhaupt also die Menschen die uns sozusagen die Welt erklären dass sind noch wirklich viel mehr Männer als Frauen oder?

    00:26:53: Also das haben die verschiedenen Studien auch ganz deutlich gezeigt, wer kann überhaupt als Experte oder Expertinnen zu Wort kommen?

    00:27:03: und da ist das Verhältnis ja eins zu acht.

    00:27:08: Also eine Frau, acht Männern?

    00:27:10: Genau!

    00:27:11: Ein bisschen was hat sich auch getan.

    00:27:13: es gab zum Beispiel auch wiederum während der Pandemie Protest dass in den ersten Wochen immer dieselben Männer aufgetreten sind ihre Expertise dargetan

    00:27:24: haben.

    00:27:24: Wir nennen keine Namen, aber wir erinnern uns?

    00:27:26: Ja

    00:27:27: genau!

    00:27:28: Also ich glaube das war in jedem Land so dass man erst nach einiger Zeit dann gemerkt hat es gibt auch sehr gute Virologin die erklären können wie Impfungen wirken oder was überhaupt einen Virus auslösen kann.

    00:27:44: also es ist in allen Bereichen nicht nur Naturwissenschaften Medizin auch in anderen Bereichen wo man denkt da gibt es doch Genügend Frauen, egal ob Psychologie oder die Philologien.

    00:27:58: Frauen kommen nicht so häufig vor.

    00:28:01: das liegt aber auch daran.

    00:28:02: Das kenne ich ein bisschen aus eigener Erfahrung.

    00:28:04: Wenn irgendeine Anfrage kommt und man soll zu einem Thema sich äußern mal in eins dreißig dann bin ich immer ja so auch ein bisschen selbstkritisch denke du hast jetzt gar nicht dazu konkret geforscht.

    00:28:18: kannst du da sowas sagen wenn er sagt ja klar mache Ja.

    00:28:24: Ich kenne das sehr gut, ich habe viele Jahre lang auch aus der Redaktion Gäste eingeladen und natürlich die Männer wissen das Thema manchmal noch nicht von sagen schon zu und Frauen machen genau diesen Prozess.

    00:28:34: jetzt arbeite ich als Medienkutsch auch daran Frauen so empowern da reinzugehen und auch besser gerüstet zu sein.

    00:28:40: und ich hab dazu auch eine These weil die Männer üben das seit der Antike ja drehten die öffentlich auf wir machen das seit zweihundert Jahren mehr oder weniger.

    00:28:47: also da ist steckt schon auch epigenetisch einiges in uns

    00:28:51: Ja, wahrscheinlich.

    00:28:52: Und es hat natürlich auch viel mit Selbstbewusstsein und Lob zu tun und mit guten Erfahrungen.

    00:28:58: und dass man sich auch in einer gewissen Position hauptsächlich mit Menschen umgibt die sowieso sagen du bist der Tollste ja und vielleicht sagen ist auch die eigenen Mütter zu ihren Söhnen und zu ihren Töchtern etwas seltener?

    00:29:11: ich weiß es nicht.

    00:29:12: jedenfalls wenn es um Expertinnen geht Experten in den Medien haben wir noch einen Wahnsinnsaufholbedarf.

    00:29:19: Und das Gute ist, dass Frauen sich wirklich auch organisieren und es zum Beispiel so expertinnen Datenbanken gibt.

    00:29:27: Also wo man seinen Namen hinterlegen kann und sagen ich kenne mich wirklich aus in den und den Bereichen und dann noch angefragt wird.

    00:29:34: Weil es gibt natürlich auch so journalistische Routinen.

    00:29:39: Den haben wir einmal gefragt ja das war ganz ok in Frankreich wieder

    00:29:43: Na klar, hat funktioniert.

    00:29:44: Mach mal wieder Zeit ist auch keine der Druck wird auch immer größer.

    00:29:46: aber ich finde gut dass du diesen Punkt auch gebracht hast das es natürlich teilweise Frauen auch zu zurückhalten sind.

    00:29:52: also Frauen sollten das dann wenn sie eingeladen werden oder was auch immer.

    00:29:57: ja ist nicht immer nur angenehm mit Ja aufzutreten aber es ist gut und das ist auch wichtig das auch anzunehmen.

    00:30:03: Ja also es ist natürlich auch so dass Frauen wenn Sie öffentlich auftreten heftiger kritisiert werden, egal wie gut oder wie schlecht sie sind.

    00:30:13: Und viele Frauen wollen sich das aus meiner Sicht auch verständlicherweise nicht unbedingt antun, dass dann hinterher in irgendwelchen sozialen Medien Kommentar spalten Dinge stehen die ja besser nicht stehen sollten.

    00:30:29: Da könnte man ein paar Folgen dazu machen.

    00:30:30: ich versuche jetzt wieder ein bisschen mehr zum Kern auch meines Podcasts zurückzukommen zu den Wechseljahren, die natürlich mit dem älter werden und mit der Repräsentanz auch so wie du es auch schon angesprochen hast von ältern Frauen sehr zu tun hat.

    00:30:42: Jetzt interessiert mich natürlich auch.

    00:30:44: also ich beschäftige mich jetzt mit diesem Thema.

    00:30:47: seit über einem Jahr gibt's meinen Podcast Und dann hat man das Gefühl Es gibt eh so wahnsinnig viel zum Thema wechseljahre.

    00:30:54: Aber wie werden die Wechseljährer inzwischen medial überhaupt dargestellt?

    00:30:58: Als Thema kann man das irgendwie schon einordnen.

    00:31:01: Also ich könnte jetzt nicht sofort eine Studie dazu zitieren, sondern muss da ganz impressionistisch meinen eigenen Eindruck wiedergeben.

    00:31:10: Das Thema wird enttabuisiert es wird mehr darüber gesprochen und das ist absolut gut und richtig weil Jahrzehnte eigentlich schon immer tabuisiert.

    00:31:25: Und die Wechseljahre und der Wechsel, was da eigentlich genau passiert?

    00:31:29: Also es hat auch bei mir lange gedauert bis ich verstanden habe ab wann man das eigentlich zählt oder wo man da ansetzt.

    00:31:39: also das Thema wird enttabuisiert Es wird drüber gesprochen und das ist auch gut so.

    00:31:44: So!

    00:31:45: Es hat sehr zugenommen aber natürlich auch ein bisschen damit einhergeht Ja, wiederum eine Vermarktung.

    00:31:53: Also dieses Wechseljahre-Framenrahmen als Problemzeit in der man dann auch irgendetwas tun sollte am besten Produkte kaufen.

    00:32:06: Also medizinische Produkte gegen Wechseljaher beschwerden und so.

    00:32:11: also das ist ein riesiger Markt natürlich auch.

    00:32:14: Auch einen Markt für psychosoziale Beratungen Und das ärgert mich so ein bisschen, also diese Medikalisierung die mit einer Enttabuisierung einhergeht.

    00:32:28: Also weil es dann gleichzeitig auch wieder in der problematischen Phase ist und es eine Phase

    00:32:35: gibt ja eine große Diskussion zwischen Frauen.

    00:32:39: also ich muss sagen Ich habe jetzt ja doch schon einige Folgen hier gemacht, auch mit sehr vielen bekannten österreichischen und nicht nur auch ein paar deutschen Frauen.

    00:32:46: Und die meisten sagen zu weil sie eben auch finden es gibt so wenig Informationen und wir müssen das tabu brechen.

    00:32:52: Es gibt aber auch andere die sagen da problematisieren wir uns wieder dann machen wir uns weiter schwach irgendwie ich mache dass nicht ist auch.

    00:32:59: also ist natürlich ein total zulässiger Zugang.

    00:33:02: Ich hab einen anderen sonst hätte ich keinen Podcast über die Wechseljahre aber ich verstehe das natürlich auch.

    00:33:08: Also ich bin so ein bisschen hin und her gerissen, muss ich ehrlich sagen.

    00:33:11: Ich bin einerseits froh an mehr Informationen zu gelangen Und zu sehen dass es medial präsenter ist das Thema und ich habe drei ältere Schwestern.

    00:33:23: also Das ist schon mal ganz gut sich mit denen austauschen zu können unter gute Tipps zu kriegen und gleichzeitig sehe ich aber auch dieses Problem Dass dann von anderen auf Frauen in dieser altersphase ja vielleicht herabgeblickt und deswegen fände ich es immer gut auch zu thematisieren, dass nicht nur Frauen in einer Phase des Wechsels sind sondern das man ab einem bestimmten Alter körperliche Veränderung feststellt.

    00:33:53: Und auch noch mal mentale weil man sich natürlich fragt was habe ich erreicht?

    00:33:58: Was ist mir wichtig?

    00:34:00: wie sollte es weitergehen?

    00:34:01: Das betrifft uns alle.

    00:34:03: Ja, also...

    00:34:05: Das

    00:34:06: ist dann wirklich eine Altersfrage.

    00:34:08: Ja klar muss ich an der Stelle Werbung machen.

    00:34:09: Ich habe vor gar nicht allzu langer Zeit eine Folge über die Andropause aufgenommen.

    00:34:14: mit einem Arzt das sich darauf spezialisiert hat kann man nachhören ist natürlich noch online und da geht es wirklich eine ganze Folge lang um das Thema Wechsel- und Hormonumstellung und all diese Geschichten ausschließlich bei Männern.

    00:34:26: genau so wichtig, finde ich.

    00:34:27: Also muss man auch darüber sprechen auf jeden Fall.

    00:34:30: Kommen wir vielleicht zurück noch mal zu diesen Studien die du anfangs erwähnt hast und zu diesen Zahlen dir teilweise wirklich schockierend sind?

    00:34:38: Wenn wir in die Zukunft schauen kannst Du aus Deiner Expertise als Forscherin ist auch alle der Beschäftigung mit diesen Studien und so Hast Du da irgendeine Idee.

    00:34:47: wie lang kann das überhaupt noch dauern bis wir uns einmal endlich eine schlechte Parität annähen?

    00:34:52: oder ist es jetzt ne naive Frage?

    00:34:55: Nein, also das kann man ja auch statistisch alles berechnen.

    00:35:00: Ich habe es gerade nachgelesen für Professorinnen in Deutschland und ich denke dass ist in Österreich ganz genauso.

    00:35:07: der Frauenanteil beträgt dreißig Prozent und er ist aber deutlich gestiegen in den letzten Jahrzehnten.

    00:35:18: von zwei tausend zehn waren es knapp zwanzig Prozent auf jetzt Knapp dreißig Prozent.

    00:35:26: Ja, das hat natürlich ganz viel auch mit Frauenförderplänen und Quotierung aber eben auch mit der sehr viel besseren Ausbildung von jungen Frauen zu tun.

    00:35:36: ja also es ist einfach ein Potenzial da an hochqualifizierten Frauen.

    00:35:41: so.

    00:35:41: jetzt haben wir also im Wissenschaftsbetrieb Dreißig prozent Professorin siebzig Prozent Professoren.

    00:35:50: nach einzelnen Fächern stellt sich das noch mal Ganz unterschiedlich.

    00:35:53: Da ist so ähnlich wie vorhin besprochen in den Medien, ja?

    00:35:57: Also ob das jetzt Maschinenbau ist oder Physikmedizin oder oder Humanistik und Erziehungswissenschaften oder wir hier in der Medienwissenschaft entübingen Wir haben Parität bei den Professoren.

    00:36:13: Das ok Zufall weiß ich nicht finde ich ganz gut.

    00:36:19: aber es sieht eben je nach auch Hierarchiestufe in der Wissenschaft und dann eben nach Fach doch noch mal sehr unterschiedlich aus.

    00:36:28: Und es heißt, wenn dieser Prozess, der in den letzten zehn Jahren stattgefunden hat, wenn er sich fortsetzt, dann haben wir zweitausendfünfundfünfzig Geschlechterparität in der Wissenschaft.

    00:36:42: In der Lehre sozusagen, also zwischen Professorinnen

    00:36:44: und Professoren?

    00:36:45: Ja genau.

    00:36:47: Also in einzelnen Fächern sieht man ja dass der Studentenanteil sehr hoch ist und dann

    00:36:55: je

    00:36:55: nach Qualifizierungsstufe das hört dann schon auf beim Master und erst recht bei der Promotion und dann bei der Habilitation und so.

    00:37:03: Die Frauen fallen raus!

    00:37:06: Das ist diese berühmte gläserne Decke die wir in allen berufen haben, dass die an der Spitze wird es einsam.

    00:37:16: Wie ist das mit dem Alter?

    00:37:18: An der Uni kann so das auch feststellen.

    00:37:19: oder ist das eher so, dass man dann sagt okay wirklich Seniorität sehr viel Erfahrung, dass das geschätzt wird?

    00:37:25: oder hat man jetzt sage ich mal ältere Uniprofessoren auch schwieriger als als Junge?

    00:37:31: Die meisten kommen gar nicht dahin.

    00:37:32: ja also es ist ein ganz heftiger Ausleseprozess Und viele sagen, ich geb mir das nicht.

    00:37:39: Also gerade auch Leute die sagen, Ich möchte Familie haben oder ich möchte nicht mein halbes Leben umziehen und hierhin und dorthin und wieder neu anfangen.

    00:37:50: So gesehen ist Wissenschaft grade nicht besonders attraktiv und so toll bezahlt es dann häufig auch nicht.

    00:37:56: Man braucht schon eine gewisse intrinsische Motivationen.

    00:38:04: Wenn man einmal eine Professur hat, das muss ja bis zum fünftigsten Lebensjahr passieren.

    00:38:11: Und so lange ist man sehr unsicher und hat nur befristete Verträge

    00:38:15: usw.,

    00:38:16: dann hat man endlich diese Professur vielleicht mit fünfzig als Frau.

    00:38:21: Dann sind wir wieder beim Thema Wechseljahre hier und müssen nochmal richtig durchstarten und zeigen dass man diese Professure auch wirklich verdient hat.

    00:38:32: Das ist gar nicht so leicht.

    00:38:34: Und gleichzeitig haben wir in unseren Fach, in der Medienwissenschaft aber ich glaube gerade in allen Fächern einen wahnsinnigen Innovationsdruck.

    00:38:44: also ich sag nur Digitalisierung

    00:38:48: oder KI oder

    00:38:48: Multikrise oder so.

    00:38:50: ja

    00:38:51: und nächstes großes Thema.

    00:38:54: Es passiert so viel, dass man natürlich auch irgendwann sagt ich komme da nicht mehr mit.

    00:39:02: Ich bräuchte eigentlich mal eine Nachdenkpause neben der Menopause und ja...

    00:39:11: Ja, aber vom Wegenpause gibt es keine.

    00:39:14: Nein!

    00:39:14: Es gibt keine Pause.

    00:39:15: also eigentlich müssen wir mal mehr Pausen fordern wie damals in der Schule.

    00:39:19: Genau umgelegt jetzt noch gegen Ende des Gesprächs auch schon eben auf die öffentliche Darstellung von älteren Frauen Medienwerbung was immer alles dazugehört.

    00:39:31: Gibt's da auch einen Ausblick?

    00:39:36: Ja, also wir haben in unseren Studien mal festgestellt es gibt das unsichtbare Alter.

    00:39:43: Also gerade in der Werbung wird... Wir haben diese ganzen Anti-Aging Produkte und Longevity ist ja jetzt

    00:39:52: der Wiesentrend.

    00:39:56: Die werden angepriesen ohne dass man wirklich Alter ausspricht, also wenn dann auf Englisch irgendwas mit Anti-Aging oder so.

    00:40:06: Also deswegen unsichtbares Alter und Alte sind nicht wirklich sichtbar.

    00:40:11: ja ich weiß nicht ob sich das ändern wird.

    00:40:15: vielleicht ist mit diesen jungen alten den Best Agents schon einiges in Bewegung gekommen.

    00:40:20: und dass wir jetzt zu einem realistischeren Altersbild gelangen Das sind wir, glaube ich alle gefordert.

    00:40:30: Wir enden sozusagen mit dem Wunsch ins Christkind.

    00:40:33: Ja also dass wir das selber einfordern aber es gibt auch das Phänomen, dass alte nicht gerne Alte sehen in Wirklichkeit.

    00:40:42: Jetzt haben wir nochmal eine Ebenelter.

    00:40:45: Sie fordern immer eine realistischere Darstellung des Alters.

    00:40:48: aber wenn man dann tatsächlich vielleicht auch Gebrechliche und nicht so schöne Menschen sieht, dann möchte man sich dem lieber entziehen.

    00:40:58: Das ist so ein bisschen widersprüchlich.

    00:41:02: Ja großartig!

    00:41:03: Es ist alles recht komplex wenn man es genau anschaut.

    00:41:05: und eins ist klar also wir reden hier nicht nur davon oder Leute oder Frauen berichten nicht nur Davon dass das einfach beim gewissen Alter wirklich Teilweise schwierig wird, dass es gibt ja sogar Berichte von Frauen.

    00:41:16: Mir Gott sei Dank noch nie passiert.

    00:41:18: Also mir passieren neuerdings so Dinge wie... Dass ich sehr nett.

    00:41:22: aber in den öffentlichen Verkehrsmittel, wo ich mich gerne hinsetzen möchte.

    00:41:25: Das bin ich dann immer sehr zwiegespalten und da ich mir denke, aha okay mein inneres Bild entspricht offensichtlich heute nicht meinem äußeren Bild!

    00:41:32: Aber es gibt auch Frauen die darüber berichten das sie in Lokalen nicht bedient werden und von Kellnern oder so total übersehen werden weil halt daneben die Faschen Mädels sitzen und da ist es halt lustig.

    00:41:42: also wie auch immer.

    00:41:43: Aber Faktum ist, wenn wir das offiziell anschauen mit Studien es gibt diese Geichheit einfach

    00:41:47: noch nicht.

    00:41:49: Ja

    00:41:50: die gibt's noch

    00:41:50: nicht!

    00:41:51: Also ist noch viel zu

    00:41:53: tun?

    00:41:53: Wir werden dran bleiben und ich habe zum Ende für dich auch noch eine Frage dich allen meinen Gästinnen stelle hier natürlich.

    00:42:02: Ich bin sehr neugierig.

    00:42:02: Das kann jetzt auf das Bezogen sein was wieder gesprochen haben sie auf dein Fach oder auch nicht?

    00:42:06: ich weiß es nicht.

    00:42:08: ich freue mich über deinen ganz persönlichen Menotyp cool bleiben.

    00:42:15: Cool bleiben?

    00:42:15: Ja, aber ich glaube der ist ein bisschen auch beeinflusst durch die große Hitze, die wir zur Zeit haben.

    00:42:21: Aber ja, ich glaube wirklich Gelassenheit hilft und sich mit dem zufrieden geben was es ist und nicht immer noch mehr und sich nicht selber unter Druck setzen das bringt gar nichts.

    00:42:40: Selbstbefragung.

    00:42:41: Dass man einfach noch mal überlegt, was soll ich?

    00:42:44: Aha!

    00:42:46: Was kann ich und was will ich?

    00:42:50: Ja das ist gut.

    00:42:51: Dieses Mantra nehme ich mit.

    00:42:54: Das nächste Mal wenn nicht mir wieder zu viel in meinen Kalenderschreib beispielsweise.

    00:42:57: So.

    00:42:59: Solche Dinge.

    00:43:00: Lieber Martina, ich bedanke mich wahnsinnig bei dir.

    00:43:02: Ich hoffe wir haben nichts Grundlegendes ausgelassen.

    00:43:05: Du könntest jetzt noch Einspruch erheben und sagen, dass haben wir noch nicht besprochen.

    00:43:09: Ja, mir fällt noch was ein.

    00:43:10: Ich wollte noch auf eine internationale Studie hinweisen und zwar auf das Gender Media Monitoring Project.

    00:43:19: GMP Das ist eine internationales Studie wird alle fünf Jahre an einem Stichtag erhoben wie Männer und Frauen in den Medien eines jeden Landes, was es an diesem Projekt teilnimmt präsentiert sind.

    00:43:36: Und das ist hochinteressant, was sich da ländervergleichend verändert hat und auch ja grundsätzlich ist es aber dasselbe wie für die nationalen Studien.

    00:43:47: Es

    00:43:47: dauert!

    00:43:48: Lass mich nachdenken in skandinavischen Ländern schaut die Welt wieder mal ein bisschen anders in dem Fall besser aus als in anderen.

    00:43:55: Ja, es gibt auch in Ländern des globalen Südens einige Ausreißer wo Frauen zum Beispiel auch im Journalismus sehr präsent sind und dann vielleicht auch ist eine Präsidentin gibt also auch wieder ein Merkel Effekt oder so.

    00:44:11: Aber es ist gut dass diese Daten überhaupt von der UNICEF unterstützt erhoben werden und das man Länder vergleichend Schauen kann alle fünf Jahre und dann eben tatsächlich eine Langzeitstudie hat.

    00:44:25: Großartig, danke für diesen Hinweis!

    00:44:26: Da geben wir den Link, den es ja sicher gibt dazu in die Shownotz.

    00:44:29: gerne auch zu einigen anderen Medimaliser-Studien.

    00:44:31: Das kann man hier alles nachlesen und sich nochmal vertiefen falls man Lust hat.

    00:44:35: Ja liebe Martina vielen vielen lieben Dank.

    00:44:38: trotz der Hitze ich weiß da wo du bist hattest glaube ich Raumtemperatur über dreißig Grad oder so?

    00:44:45: Das ist der Beweis.

    00:44:47: Ihr könnt uns nur zuhören, aber wir sind Video zugeschaltet und ich sehe irgendwie eine Temperatur die sie mir zeigt ins Bild.

    00:44:55: ja hier ist auch nicht ganz kühl.

    00:44:56: Ich weiß noch nicht ganz wann wird deine Folge spielen?

    00:44:58: sicherlich in den nächsten Monaten.

    00:45:00: da freue mich schon drauf.

    00:45:01: Da ist vielleicht schon kalt und wir hätten Sehnsucht nach dreißig Grad.

    00:45:03: also genießen wir die doch ein bisschen und bleiben cool dabei so wie dein Tipp.

    00:45:08: Vielen Dank

    00:45:08: Birgit!

    00:45:09: Herzlichen Dank für dieses wirklich spannende Folge.

    00:45:12: Danke schön

    00:45:32: produziert das POT,

    00:45:36: deine Podcast-Agentur.

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